Ein Videoanruf bricht ab, gerade als ein Kunde hinzukommt. Die Cloud-Anwendung, auf die sich Ihr Team verlässt, braucht zu lange zum Laden. Die Mitarbeiter wechseln in einen anderen Besprechungsraum und verlieren plötzlich die Verbindung. Das sind keine kleinen Ärgernisse. Sie kosten Zeit, unterbrechen den Kundenservice und lassen eine schnelle Internetverbindung langsam erscheinen. Um zu wissen, wie man das WLAN im Unternehmen optimiert, muss man über die im Vertrag angegebene Breitbandgeschwindigkeit hinausblicken und untersuchen, was innerhalb Ihrer Räumlichkeiten vor sich geht.
Für die meisten Unternehmen besteht die Lösung nicht einfach darin, einen teureren Router anzuschaffen. Die Leistung eines WLAN-Netzwerks im Unternehmensbereich hängt von der Abdeckung, der Kapazität, der Verkabelung, der Konfiguration sowie der Anzahl und Art der Geräte ab, die das Netzwerk nutzen. Eine gut geplante Infrastruktur sorgt dafür, dass jeder Bereich des Arbeitsplatzes die benötigte Verbindung erhält, ohne dass Unternehmenssysteme unnötigen Risiken ausgesetzt werden.
So optimieren Sie das WLAN in Ihrem Unternehmen: Beginnen Sie mit dem eigentlichen Problem
Bevor Sie die Ausrüstung austauschen, sollten Sie zunächst feststellen, wo und wann Leistungseinbußen auftreten. Eine schlechte WLAN-Verbindung kann wie ein Internetproblem aussehen, doch die Ursache kann ein hinter einer Betonwand platzierter Access Point, ein überlasteter Funkkanal oder ein Besprechungsraum mit zu vielen aktiven Geräten sein.
Beginnen Sie damit, das Problem zu erfassen. Fragen Sie die Mitarbeiter, welche Bereiche betroffen sind, ob das Problem zu bestimmten Zeiten auftritt und welche Aktivitäten als Erstes ausfallen. Videokonferenzen, Cloud-Backups und die Übertragung großer Dateien stellen sehr unterschiedliche Anforderungen an ein Netzwerk. Ein Lager mit Handscannern benötigt eine zuverlässige Netzabdeckung über einen großen Bereich, während in einem Büro möglicherweise hohe Kapazitäten in Besprechungsräumen und gemeinsam genutzten Arbeitsbereichen erforderlich sind.
In einem einfachen Test sollten Sie eine kabelgebundene Verbindung mit einer WLAN-Verbindung vom selben Standort aus vergleichen. Wenn das Ergebnis der kabelgebundenen Verbindung durchweg gut ist, das der WLAN-Verbindung jedoch nicht, sollten Sie sich auf das interne Netzwerk konzentrieren. Sind beide Ergebnisse schlecht, liegt das Problem möglicherweise bei der Internetverbindung, der Firewall, den Switch-Geräten oder einem Gerät, das die verfügbare Bandbreite beansprucht.
Zu den typischen Anzeichen dafür, dass das WLAN überprüft werden muss, gehören:
Entwerfen Sie mit Blick auf Netzabdeckung und Kapazität, nicht nur auf die Anzahl der Signalbalken
Die Signalstärke ist zwar wichtig, stellt jedoch nur einen Teil des Gesamtbildes dar. Ein einzelner Access Point kann zwar über einen weiten Bereich hinweg ein gutes Signal anzeigen, hat jedoch Schwierigkeiten, Dutzende von Laptops, Smartphones und drahtlosen Peripheriegeräten gleichzeitig zu versorgen. Aus diesem Grund kann ein kleines Büro mit 40 Mitarbeitern eine sorgfältigere Positionierung der Geräte erfordern als ein größerer Standort mit weniger Nutzern.
Access Points sollten dort positioniert werden, wo die Menschen arbeiten, und nicht in einem Kommunikationsschrank versteckt, auf dem Boden abgestellt oder an einem Ende eines langen Gebäudes installiert werden. Wände, Metallregale, Aufzugsschächte, Glastrennwände und Stahlbeton können die WLAN-Abdeckung beeinträchtigen oder verzerren. An der Decke montierte Access Points liefern oft gleichmäßigere Ergebnisse, doch die richtige Installation hängt von der Raumaufteilung und den Baumaterialien des Gebäudes ab.
Denken Sie auch voraus. Zählen Sie nicht nur die Laptops der Mitarbeiter, sondern auch Firmenhandys, private Handys, Tablets, Drucker, Bildschirme in Besprechungsräumen, Kameras und Spezialgeräte mit. Ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern kann leicht mehr als 100 vernetzte Geräte haben. Durch Kapazitätsplanung wird verhindert, dass ein Netzwerk, das am ersten Tag noch einwandfrei funktioniert, mit zunehmendem Unternehmenswachstum überlastet wird.
Verwenden Sie nach Möglichkeit kabelgebundene Backhaul-Verbindungen
Ein Access Point kann nur so gut funktionieren wie die Verbindung, über die er mit dem Netzwerk verbunden ist. Bei fest installierten Access Points ist eine Ethernet-Verkabelung zu einem geeigneten Netzwerk-Switch in der Regel die beste Wahl. Dies wird als „Wired Backhaul“ bezeichnet. Dadurch erhält jeder Access Point eine zuverlässige Verbindung, und es wird vermieden, dass drahtlose Geräte die Sendezeit teilen müssen, um auch den Datenverkehr zwischen den Access Points zu übertragen.
Drahtlose Mesh-Systeme haben durchaus ihre Berechtigung. Sie können nützlich sein, wenn eine Verkabelung nicht praktikabel ist oder als vorübergehende Lösung dienen. Der Nachteil dabei ist, dass Mesh-Verbindungen die verfügbare Kapazität verringern können, insbesondere bei mehreren Sprüngen oder in stark ausgelasteten Umgebungen. Für ein Unternehmen, das auf Cloud-Telefonie, Videoanrufe oder umfangreiche Datenübertragungen angewiesen ist, stellt eine strukturierte Verkabelung in der Regel die sinnvollere langfristige Investition dar.
Überprüfen Sie sowohl den Switch als auch das Kabel. Moderne Access Points benötigen möglicherweise Power over Ethernet und eine ausreichende Switching-Kapazität, um Engpässe zu vermeiden. Ältere 100-Mbps-Geräte können die Leistung einschränken, selbst wenn die Glasfaserverbindung und die WLAN-Hardware weitaus mehr leisten können.
Wählen Sie die richtigen Frequenzbänder aus und verwalten Sie die Kanäle ordnungsgemäß
Business-WLAN nutzt in der Regel die Frequenzbänder 2,4 GHz, 5 GHz und – bei kompatiblen Geräten – 6 GHz. Jedes dieser Bänder hat seine eigene Funktion. Das 2,4-GHz-Band hat eine größere Reichweite und funktioniert gut mit vielen älteren Geräten oder solchen mit geringer Bandbreite, ist jedoch anfälliger für Störungen und verfügt über weniger nutzbare Kanäle. Das 5-GHz-Band bietet in der Regel höhere Geschwindigkeiten und mehr Kapazität für den geschäftlichen Datenverkehr, hat jedoch eine geringere Reichweite. Das neuere 6-GHz-Band kann kompatiblen Geräten ein störungsfreieres Frequenzspektrum bieten, löst jedoch allein keine Probleme mit der Netzabdeckung.
Gehen Sie nicht davon aus, dass automatische Einstellungen immer korrekt sind. Die automatische Kanalauswahl kann in einem einfachen Büro gut funktionieren, doch benachbarte Netzwerke, dichte Bebauung und ungewöhnliche Raumaufteilungen erfordern unter Umständen eine gründliche WLAN-Analyse und manuelle Feinabstimmung. Auch die Kanalbreite muss sorgfältig gewählt werden. Breitere Kanäle können zwar die Spitzengeschwindigkeiten verbessern, führen jedoch an stark frequentierten Orten zu mehr Interferenzen. Die beste Einstellung hängt von der Funkumgebung ab und nicht von einer einzelnen Spezifikation in der Produktbeschreibung.
Eine professionelle Vermessung lohnt sich insbesondere vor der Einrichtung eines neuen Büros, der Sanierung einer Etage oder der Einrichtung eines öffentlichen Hotspots. Sie ersetzt das Rätselraten durch genaue Messungen und hilft, kostspielige Nacharbeiten zu vermeiden, nachdem Schreibtische, Decken und Geräte bereits installiert wurden.
Trennung von Geschäfts-, Besucher- und Geräteverkehr
Nicht jedes Gerät benötigt denselben Zugriff auf das Netzwerk. Ein WLAN-Gastzugang sollte von den internen Systemen getrennt sein. Besucher benötigen Internetzugang, aber keinen Zugriff auf freigegebene Laufwerke, Drucker, Zahlungsterminals oder Verwaltungsschnittstellen.
Das gleiche Prinzip gilt für Smart-Geräte, Kameras und Gebäudetechnik. Durch die Segmentierung des Datenverkehrs über separate Netzwerke oder VLANs lassen sich die Auswirkungen eines kompromittierten Geräts begrenzen und die Fehlerbehebung vereinfachen. Ihren Bürotelefonen kann die für die Gesprächsqualität erforderliche Priorität zugewiesen werden, während verhindert wird, dass das Surfen von Gästen und Software-Downloads den wichtigen Datenverkehr überlasten.
Dieser Ansatz sollte mit sinnvollen Sicherheitsmaßnahmen einhergehen. Verwenden Sie moderne Verschlüsselung, sichere, einzigartige Passwörter und ein separates Administratorpasswort für Netzwerkgeräte. Löschen Sie alte Konten, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, und halten Sie die Firmware von Access Points, Routern und Firewalls auf dem neuesten Stand. Bequemlichkeit hat ihren Preis, wenn seit Jahren dasselbe einfache Passwort verwendet wird.
Priorisieren Sie den Datenverkehr, der das Geschäft am Laufen hält
Nicht jeder Internetverkehr verdient die gleiche Behandlung. Der Download eines umfangreichen Betriebssystems kann ein paar Minuten warten. Ein Kundenanruf hingegen nicht. Mit den Einstellungen zur Dienstgüte (Quality of Service) lassen sich Sprachverbindungen, Videokonferenzen und kritische Cloud-Anwendungen gegenüber Datenverkehr mit niedrigerer Priorität priorisieren.
Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die Cloud-PBX-Dienste oder SIP-Telefonie nutzen. Eine gute Gesprächsqualität hängt nicht nur von der Download-Geschwindigkeit ab. Latenz, Jitter und Paketverlust spielen ebenfalls eine Rolle und können durch eine überlastete WLAN-Verbindung, schlechte Verkabelung oder eine stark ausgelastete Verbindung beeinträchtigt werden. Überprüfen Sie die Leistung während der normalen Arbeitszeiten, anstatt sich auf einen Geschwindigkeitstest zu verlassen, der in einem leeren Büro durchgeführt wurde.
Auch das Bandbreitenmanagement profitiert von klaren Richtlinien. Planen Sie umfangreiche Datensicherungen nach Möglichkeit außerhalb der Spitzenzeiten ein, überprüfen Sie Geräte, die ungewöhnlich hohen Datenverkehr verursachen, und stellen Sie sicher, dass die Nutzung durch Gäste sinnvollen Grenzen unterliegt. Das Ziel besteht nicht darin, legitime Arbeit einzuschränken, sondern die Leistung in entscheidenden Momenten vorhersehbar zu gestalten.
Sorgen Sie dafür, dass das Netzwerk überwacht und gewartet wird
WLAN ist kein Dienst, den man einmal einrichtet und dann vergessen kann. Es kommen neue Mitarbeiter hinzu, die Raumaufteilung ändert sich, Software wird in die Cloud verlagert und die Anzahl der Geräte nimmt zu. Überprüfen Sie das Netzwerk nach einem Büroumzug, einem erheblichen Personalzuwachs oder der Einführung neuer Systeme wie drahtloser Kassen, Scanner oder Konferenzraumtechnik.
Nutzen Sie Ihre Netzwerkmanagement-Tools, um angeschlossene Geräte, die Kanalauslastung, die Auslastung der Access Points und wiederkehrende Störungen zu überwachen. So lassen sich vage Meldungen wie „langsames WLAN“ in aussagekräftige Erkenntnisse umwandeln. Dabei kann sich beispielsweise herausstellen, dass in einem Besprechungsraum ein weiterer Access Point benötigt wird, dass ein Drucker immer wieder die Verbindung neu herstellt oder dass ein bestimmtes Gerät weitaus mehr Bandbreite beansprucht als erwartet.
Für Unternehmen in Luxemburg kann ein lokaler technischer Support diesen Prozess wesentlich praktischer gestalten. Visual Online verbindet Konnektivität und Unternehmensinfrastruktur mit internen Teams, die das Problem so lange bearbeiten, bis es gelöst ist, anstatt Sie allein mit der Auswertung eines Fehlerberichts zurückzulassen.
Die wirksamste Verbesserung des WLANs ist oft eine kleine, gezielte Änderung: das Versetzen eines Access Points, das Ersetzen eines veralteten Switches, das Hinzufügen einer kabelgebundenen Verbindung oder die Trennung des Gastverkehrs. Beginnen Sie mit den Erfahrungen Ihrer Mitarbeiter, analysieren Sie das dahinterstehende Netzwerk und stellen Sie sicher, dass jede Verbesserung genau auf die tatsächlichen Abläufe in Ihrem Unternehmen zugeschnitten ist.